Die Idee ist nicht neu; der Aufbau einer gemeinsamen Einsatzzentrale in der Zentralschweiz nimmt wieder frische Fahrt auf.

Die Konferenz der Zentralschweizer Polizeidirektorinnen und -direktoren hat 2018 die Schaffung gemeinsamer Einsatzleitzentralen erneut aufgenommen und als strategisches Projekt priorisiert. Ziel ist es, die Disposition von Notfalleinsätzen kantonsübergreifend zu bündeln und damit eine leistungsfähige Organisation sicherzustellen, die an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr in Betrieb ist. Bereits im Rahmen des Projekts Polizei XXI wurde dieses Thema diskutiert, damals jedoch aufgrund unterschiedlicher kantonaler Abläufe nicht weiterverfolgt.
Die gemeinsame Einsatzleitzentrale erhöht die Effizienz und ermöglicht eine gezielte Bündelung von personellen und technischen Ressourcen. Angesichts steigender Anforderungen an die Notrufbearbeitung und gleichzeitig begrenzter Mittel ist diese Form der Zusammenarbeit ein zentraler Baustein zur langfristigen Sicherstellung einer hohen Einsatzbereitschaft – auch für den Kanton Nidwalden.
Im internationalen Vergleich verfügt die Schweiz über eine sehr hohe Anzahl an Einsatzleitzentralen. Die strategische Ausrichtung zielt deshalb darauf ab, grössere Einsatzräume zu schaffen und die Disposition robuster zu organisieren. Die Polizei bleibt dabei weiterhin lokal verankert und nahe bei der Bevölkerung; vereinfacht und gebündelt werden die Abläufe im Hintergrund. Eine gemeinsame Einsatzleitzentrale fördert zudem die Zusammenarbeit über Kantonsgrenzen hinweg und stärkt das gegenseitige Verständnis zwischen den Polizeikorps.
Neben organisatorischen und personellen Fragen spielt die Technik eine zentrale Rolle. Moderne Einsatzleitsysteme sind komplex, sicherheitskritisch und auch im Bereich der Cybersicherheit besonders sensibel. Eine gemeinsame Nutzung senkt Kosten, erhöht die Betriebs- und Informationssicherheit und stellt sicher, dass technische Weiterentwicklungen sowie Schutzmassnahmen gegen Cyberangriffe koordiniert und einheitlich umgesetzt werden.
Die Polizeikorps der sechs Zentralschweizer Kantone haben in den vergangenen Jahren gemeinsam an diesem Projekt gearbeitet. Daraus ist ein Modell mit zwei regionalen Einsatzleitzentralen entstanden:
– eine für die Gotthardachse (Zug, Schwyz und Uri)
– eine für die Brünigachse (Luzern, Obwalden und Nidwalden).
Für die Gotthardachse hat die Stimmbevölkerung (22. September 2024) dem Projekt und dem Standort Kaltbach bereits zugestimmt. Für die Brünigachse ist im Sommer 2026 eine entsprechende Volksabstimmung vorgesehen. Diese Abstimmung wird für die beteiligten Kantone richtungsweisend sein und bildet die Grundlage für die weiteren Planungs- und Umsetzungsschritte.