Eines der nationalen Themen, mit denen ich mich vor allem seit 2016 befasse, ist das Kompetenzzentrum für den Justizvollzug. Um zu verstehen, wie bedeutend dieses Kompetenzzentrum ist, muss man sich die jetzige Situation vergegenwärtigen: Bis anhin gibt es fast keine fachliche Unterstützung für die, die im Strafvollzug arbeiten. Jeder Kanton, ja jeder einzelne Mitarbeiter ist fachlich auf sich allein gestellt, und so informiert man sich informell.

Das ist das eine Problem, das andere: Bald starten viele nationale Programme im Strafvollzug wie zum Beispiel das Electronic Monitoring, also der Strafvollzug ausserhalb des Gefängnisses mit elektronischen Fussfesseln. So ist es gerade jetzt wichtig, dass dieses Kompetenzzentrum entsteht.

In diesem Rahmen werden auch Grundlagen erarbeitet, welche das Informationsnetz durchlässiger machen sollen, und das ist potentiell lebensrettend: Wird in einem Kanton beispielsweise ein psychologisches Gutachten eines Straftäters erstellt, sollen die anderen Kantone ebenfalls Zugang zu diesem Gutachten haben.

Die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) hat im Frühjahr 2016 entschieden, dieses Kompetenzzentrum Justizvollzug zu realisieren. Eine Expertengruppe der KKJPD hat anschliessend die Grundlagen für dieses Kompetenzzentrum erarbeitet.