Vor vier Jahren, Ende März 2014, haben mich die Nidwaldnerinnen und Nidwaldner in den Regierungsrat gewählt, bald ist meine erste Amtsperiode um, es geht um die Wiederwahl.

Möchte ich überhaupt wiedergewählt werden? Diese Frage! Nicht ich habe sie mir gestellt, sondern meine Familie war es, mein Mann, meine vier Kinder, ach, die sind jetzt auch schon alle erwachsen. Sie haben natürlich gemerkt, dass die Aufgabe als Regierungsrätin schon einiges mehr an Zeit erfordert als damals die Aufgabe als Gemeindepräsidentin oder Gemeinderätin. Ihre Frage, ob ich wiedergewählt werden möchte, traf mich unvermittelt, eines Mittags, ich stutzte. Und dann blickte ich in die Gesichter meiner Familie, alle grinsten, und mir war klar, sie wussten es, ich wusste es: Ich will.

Mir gefällt die Arbeit. Sei es in meinem Büro, wo ich an Projekten arbeite, strategisch, konzeptionell. Sei es vor dem Landtag, wo ich argumentiere, Argumente höre und aufnehme und selber wieder argumentiere. Immer hart, immer sachlich, so meine ich zumindest. Auch in Kommissionen, nationalen, interkantonalen und kantonalen, setze ich mich ein, auch hier sachlich, lösungsorientiert. Das ist mein Anspruch.

Mein anderer Anspruch ist es, aus dieser Sachlichkeit heraus zu kreativen Lösungen zu kommen. Doch in der Direktion für Sicherheit und Justiz ist Kreativität nicht überall der richtige Lösungsweg. Hier geht es um Gesetze, es geht um die Polizei, den Bevölkerungsschutz, das Militär, die Rechtssicherheit, das Grundbuch, die Justiz. Und mir geht dabei vor allem darum, dass alle Nidwaldnerinnen und Nidwaldner, ja alle, die in unserem schönen Kanton wohnen, sich sicher fühlen und auch tatsächlich sicher sind. Dass alle sich frei und unbeschwert durch unseren Kanton bewegen können. Und nicht zuletzt: Dass wir auf Notfälle vorbereitet sind. Deshalb war mir auch die Übung SVU14 so wichtig, auch die Vorbereitung auf ein eventuell extremes Migrationsszenario.

Doch obwohl hier die Grenzen der Kreativität klar abgesteckt sind, haben mir die vergangenen vier Jahre gezeigt, dass ich etwas beizutragen habe. Nehmen wir die Gefängnissanierung. Dieses Projekt habe ich von meinem Vorgänger übernommen und, wie ich und meine Kollegin und meine Kollegen aus dem Regierungsrat meinen, entscheidend weiterentwickelt, nämlich zur zukunftsfähigen Gesamtlösung «Masterplan Kreuzstrasse». Einen Zeitungsartikel dazu gibt es hier.

Oder im Projekt Terravis, das ich initiieren und abschliessen durfte: Unser Grundbuchamt erweist sich als schweizweiter Pionier. Es bietet seit 2016 eine Dienstleistung, die noch kein anderer Kanton bietet und erst noch profitabel ist: Grundstücksbezogene Daten können in ihrer Gesamtheit elektronisch abgefragt werden. Einen Zeitungsartikel finden Sie hier.

Bei vielen solcher und anderer Projekte ist schön, diesen Schwung zu spüren, diese Dynamik, die eine Arbeit dann erhält, wenn die richtigen Menschen am richtigen Ort ihre Stärken einsetzen und mitwirken können. Klar, das ist nicht bei allen Projekten so, manchmal wird auch taktiert und zurechtgebogen. Aber meistens erhalte ich Wohlwollen und Wertschätzung für meine Sachbezogenheit. Das ist schon sehr schön, vor allem, wenn dann auch die Resultate der Arbeiten und Debatten in eine gute Richtung zeigen.

Ja, und bei all dieser Arbeit bleibt nicht allzu viel Zeit für Entspannung. Das finde ich aber in Ordnung, ich weiss, wie ich mich erhole und für die Arbeit fit bleibe, und dafür habe ich in Nidwalden alles, was ich brauche: Berge mit Schnee im Winter und Matten und Felsen im Sommer. Pisten zum Skifahren und Routen fürs Biken, hunderte von Kilometern zum Wandern. Diese Natur unseres Kantons tut mir als ehemalige Gärtnerin, Winzerin und als Ingenieurin HTL für Obst-, Wein- und Gartenbau.

Etwas habe ich mir gegönnt, während der Sommerferien 2017, zu meinem fünfzigsten Geburtstag, ich nenne es die «Grenzerfahrung Nidwalden»: mit Freunden und Bekannten bin ich den Grenzverlauf von Nidwalden entlang gewandert, einmal sogar geschwommen, dann wieder geklettert und dabei wirklich an meine eigenen Grenzen gekommen, sehen Sie hier, einen Zeitungsbericht lesen Sie hier, ein Interview hier. Es war schön, es war anstrengend, es hat meinen Horizont erweitert. Wir leben in einem unglaublich schönen Kanton.

Bitte, wenn Sie mehr über mich erfahren möchten, schauen Sie sich auf meiner Website um. Und noch besser: Kommen Sie zu mir, sagen Sie hallo, fragen Sie mich direkt. Am einfachsten geht das an einer der Wahlveranstaltungen, da treffen Sie mich direkt, hier erfahren Sie mehr. Und wenn Sie eine Frage haben und sie mir vorher schon schicken möchten, gerne an karin@karinkayser.com.

Bis dann!
Karin Kayser-Frutschi, Justiz- und Sicherheitsdirektorin
Regierungsrätin

Die Rechenschaftsberichte des Regierungsrates finden Sie auf der Website des Kantons Nidwalden, gleich hier